Gedaechtnis-Techniken - Assoziationstechnik - Ersatzwort-Methode - Loci-Methode


  • Gedaechnis-Techniken

  • Assoziationstechnik

  • Ersatzwort-Methode

  • Loci-Methode



Einfuehrung Assoziationstechnik



Die Anwendung der Assoziationstechnik befaehigt einen insbesondere dazu, sich Listen von Gegenstaenden einzuprägen, z.B. eine Einkaufsliste. Nehmen wir einmal an, dass Sie sich die folgenden vier Dinge merken möchten:

- Armbanduhr
- Kaese
- Zahnpasta
- Toastbrot

Stellen Sie sich diese Dinge nun bildlich vor und verknüpfen diese zu einer möglichst lustigen oder abstoßenden oder brutalen Geschichte. Das koennte z.B. so aussehen:

Sie wollen auf Ihre Armbanduhr schauen und stellen fest, dass dort statt dessen
eine Scheibe Käse klebt. Sie nehmen diesen Käse, bestreichen ihn mit
Zahnpasta und legen ihn so auf eine
Scheibe Toastbrot, in die Sie nun herzhaft beißen.

Je intensiver Sie das Lernmaterial mit Emotionen verknüpfen, um so besser können Sie es behalten - und Ekel ist so eine Emotion. Am stärksten ist dieses Bild, wenn Sie den Kaese-Zahnpasta-Geschmack jetzt, während Sie diese Zeilen lesen schmecken können.

Wie Sie an diesem einfachen Beispiel sehen ist es zunächst einmal wichtig, die zu lernenden Informationen mit Bedeutung zu versehen - z.B. in dem man Sie über Assoziationen verknüpft - und sie bildlich vor sich zu sehen. Für einfache Listen von Gegenständen ist diese Methode vollkommen ausreichend - daher sie die Grundlage für alle weiteren Methoden die dann auch auf anspruchsvolleren Lernstoff abzielen bildet, sollte sie möglichst häufig geübt werden. Lernen Sie in Zukunft Ihren Einkaufszettel einfach auswendig und machen Sie hin und wieder mal den Test in der Rubrik Assoziationstechnik. Ihr Ziel sollte es dabei sein möglichst schnell Assoziationen zwischen Dingen bilden zu können und diese möglichst ausgefallen zu gestalten - denn je seltsamer die Assoziationen sind, desto einfacher werden Sie das Gelernte behalten. Auf der nächsten Seite finden Sie einige Grundregeln für das Bilden von Verknüpfungen.

Da die Verknüpfungen so gestaltet sein müssen, dass Sie von einem gelernten Gegenstand direkt zum Nächsten gelangen, ergeben sich folgende Grundregeln für das Bilden assoziativer Verknüpfungen:

Die Assoziationen sollten möglichst ausgefallen sein es eignen sich insbesondere Inhalte aus der Rubrik 'Sex and Crime' - lassen Sie Ihrer Fantasie also freien Lauf, alles ist hier erlaubt.

Versuchen Sie alle Sinne mit einzubeziehen denken Sie an die vorige Verknüpfung zwischen Zahnpasta und Käse und den daraus resultierenden ekligen Geschmack. Sehen, riechen, hören und schmecken Sie die Dinge.

Bringen Sie Action in die Bilder, sie sollten möglichst bewegt sein.
Übertreiben Sie ruhig, was Form und Größe der Dinge betrifft.
Ersetzen Sie einen Gegenstand durch den Folgenden - so haben wir im Beispiel auf der vorigen Seite z.B. die Armbanduhr durch eine Scheibe Käse ersetzt.

Wenn Sie diese Grundregeln beachten sollte es Ihnen nicht schwerfallen einprägsame Assoziationen zu bilden vorausgesetzt sie üben hin und wieder. Sie können diese Methode dann auch ganz hervorragend verwenden um sich an Kleinigkeiten im Alltag zu erinnern.

Nehmen wir einmal an Sie möchten Ihre Frau/Freundin daran erinnern, dass Sie Ihnen Prospekthüllen aus dem Büro mitbringt. Stellen Sie sich nun Ihre Lebensgefährtin vor, wie Sie in einer riesigen Prospekthülle eingeschlossen ist und nicht mehr rauskommt. Sehen Sie das Bild vor sich - sehen Sie, wie sie sich verzweifelt bemüht um sich zu befreifen - hören Sie Ihr schreien, sehen Sie die Prospekthülle schließlich zerreißen. Wenn das Bild intensiv genug war, werden Sie sich, sobald Sie die Dame das nächste mal sehen, sofort an die Prospekthülle erinnern und sie somit bitten welche mitzubringen falls Ihnen bei diesem Bild nicht die Lust auf Prospekthüllen verloren gegangen ist - sie können natürlich auch ein anderes Bild verwenden.

Durch moeglichst haeufiges anwenden dieser Technik bereiten Sie sich optimal auf die noch folgenden Methoden z.B. die Loci-Methode (Lokalisationsmethode) vor und die 'normale' Vergesslichkeit im Alltag wird deutlich abnehmen. Sie können es auf diese Art und Weise schon nach wenigen Uebungsdurchgaengen schaffen, sich zwanzig und mehr Dinge einzuprägen. Kehren Sie jetze am Besten zurück zur Übersicht und machen Sie den Test der auch gleichzeitig eine Uebung darstellt und immer wieder gemacht werden kann und versuchen Sie dabei die Assoziationstechnik anzuwenden. Lassen Sie sich dabei ruhig Zeit - jedes mal wenn Sie die Technik anwenden werden die Assoziationen etwas schneller kommen.

Ach ja ... und wenn Sie nun nach der Effizienz der Methode fragen, dann gestatten Sie mir bitte eine Gegenfrage: Wie war noch gleich die Geschichte mit dem Dreibein Sie erinnern sich doch noch genau daran, oder Eben. Und Sie werden sich auch noch morgen und uebermorgen daran erinnern.


Anwendung der Ersatzwortmethode 1



Es gibt zahlreiche Woerter die auf den ersten Blick keine Assoziationen zulassen und die somit als resistent gegenüber den Methoden der Mnemotechnik erscheinen - dazu zaehlen insbesondere Personennamen und Fremdwoerter sowie Vokabeln. Um diese gehirngerecht Aufzubereiten wendet man die Ersatzwortmethode an, d.h. man zerlegt die Fremdwoerter in aehnlich klingende, aber vertrautere Woerter. Im Folgenden zunächst ein Beispiel:

Gelernt werden soll z.B. das Wort "anachronistisch". Dieses bedeutet zumeist die falsche zeitliche Einordnung von Ereignissen - wuerde man also behaupten, dass 2. Weltkrieg und franzoesische Revolution parallel abliefen oder Sigmund Freud und der Marquis de Sade gelegentlich zusammen dinierten, so waere dies sicherlich als anachronistisch bzw. als Anachronismus zu bezeichnen - womit schon einmal zwei potenzielle visualisierbare Assoziationen für die Wortbedeutung vorhanden wären. Nun muss noch die Ersatzwortmethode angewendet werden um das Wort "anachronistisch" selber assoziativ verwertbar zu machen. Mich persönlich erinnert es an die Wörter "Anna", "Krone" und "Tisch" und somit sinngemäß an "Annas Krone ist [ein] Tisch".

Man koennte sich also vorstellen wie sich eine Frau oder ein Mädchen mit dem Namen "Anna" jeder kennt oder kannte sicherlich einmal jemanden mit diesem Namen, und sei es aus dem Fernsehen eine Krone aufsetzt und beim Blick in den Spiegel entsetzt feststellt, dass diese in Wirklichkeit ein Tisch ist. An diesem Tisch könnten sich dann z.B. Sigmund Freud und der Marquis de Sade gegenuebersitzen, um die Assoziation zwischen Wort und Wortinhalt zu vervollstaendigen.

Film



Um dieses Beispiel nachzuvollziehen sollten Sie wie immer versuchen, den "Film", in welchem sich Anna die Krone aufsetzt und anschließende in den Spiegel sieht usw., so gut wie moeglich vor Ihrem inneren Auge ablaufen zu sehen. Erst wenn Ihnen das gelingt, ist der Lerninhalt so gespeichert, dass er entsprechend sicher erinnert werden kann.

Versuchen Sie zur Festigung des Gelernten ca. eine halbe Stunde spaeter erneut den Film zu sehen - ebenso am nächsten Tag oder wann immer sie Lust dazu haben.

Hierbei handelt es sich selbstverständlich wieder nur um Beispielassoziationen, welche das Prinzip der Ersatzwortmethode verdeutlichen sollen - sehr wahrscheinlich können Sie sich das Wort "anachronistisch" und seine Bedeutung viel besser merken, wenn Sie Ihre eigenen Assoziationen verwenden.

Sicherlich dauert es bei manchen Woertern relativ lange, bis geeignete Assoziationen gefunden worden sind - dennoch lohnt sich der Aufwand in der Regel schon. Sie können die Methode ja einfach bei zwei Wörtern ausprobieren und anschließend zwei andere Wörter mit der herkömmlichen Methode erlernen. Vergleichen Sie dann den Erfolg beider Techniken ein oder zwei Tage später. Weiterhin ist es so, dass die Geschwindigkeit, mit der Assoziationen gefunden werden, deutlich zunimmt, wenn man die Methode häufiger anwendet. Dies ergibt sich schon aus der Tatsache, dass man häufig auf gleiche Silben in Fremdwörtern stößt - wenn man für eine Silbe oder einen Wortteil einmal ein Bild hat, so muss man es beim nächsten mal, wenn man auf denselben Wortteil stößt, nicht erst suchen. Als Beispiel sei der Wortteil "mini" genannt, er kommt z.B. in den folgenden Wörtern vor:

abdominis
Miniatur
Minimalismus
Reminiszenz

Aber auch gewisse Prä- oder Suffixe wie ab-, ad-, re- usw. kommen sehr häufig vor, so dass man bereits nach relativ kurzer Zeit feste Bilder für diese besitzt.
Wenn man am Anfang zu irgendeinem Wortteil oder zu einer Silbe überhaupt keine Assoziationen findet, so kann es durchaus hilfreich sein, ein Lexikon oder Fremdwörterbuch zu nutzen um solche Wörter zu finden, die mit genau dieser Silbe anfangen. Diese Wörter kann man dann sofern sie bildlich vorstellbar sind als Assoziation verwenden.

Dieses Visualisieren von Wortteilen oder Silben bietet einen unschaetzbaren Vorteil bei allen Woertern die konjugierbar sind, wie z.B. lateinische Ausdrücke. Man wirft nicht mehr so schnell die Wortendungen durcheinander, da diese automatisch Teil des entsprechenden Bildes sind. Als Beispiel sei der lateinische Ausdruck "articularis" genannt, der soviel bedeutet wie "zum Gelenk gehoerend", den man sich mitsamt Endung wie folgt merken kann:

"arti" erinnert mich an "Arktis" und
"cul" an "cool" und damit an "kalt", also irgendwie an einen "Kühlschrank".

Man könnte sich also eine Eisscholle in der Arktis vorstellen, auf der ein Kühlschrank steht und durch beides geht plötzlich ein riesiger Riss, der Scholle und Kühlschrank in zwei Haelften teilt. Auch wenn dieses Bild zunächst etwas sehr abstrahiert scheint - versuchen Sie die Eisscholle vor sich zu sehen, darauf einen Kuehlschrank, und nun einen Riss durch die Mitte von Beidem. Versuchen Sie dann die zugehörigen Wortabschnitte mit diesen Bildern in Einklang zu bringen, und Sie werden sehen, dass es funktioniert.

Wie Sie an dem vorigen Beispiel sicherlich erkannt haben ist es nicht zwangslaeufig noetig, die Ersatzworte vollständig dem Original anzunähern. Selbstverständlich klingen "arti" und "Arktis" nicht gleich, aber doch wenigstens ähnlich, und das alleine reicht in den meisten Faellen auch voellig aus.









Home

Home

Film


Grundidee der Loci-Methode

(Lokalisationsmethode, siehe auch Artikel Wolfgang Pohl: "Das Lernen lernen")

Grundidee bei der Loci-Methode ist es, einen vertrauten Weg oder eine entsprechende Anordnung von Dingen mit markanten Punkten im Geiste entlangzugehen und die jeweiligen Wegpunkte mit dem zu erinnernden Stoff assoziativ zu verknuepfen.

Dabei werden komplexe und abstrakte Inhalte auf die Kerninformation reduziert und dann gegebenenfalls mit Hilfe der Ersatzwortmethode in Assoziationen verpackt, die ihrerseits mit den einzelnen Loci verknuepft werden.

Soll das Gelernte nun erinnert werden, so schreitet man den Weg vor seinem inneren Auge erneut von Wegpunkt zu Wegpunkt entlang und erinnert das Gelernte über die assoziativen Verknuepfungen. Diese Methode ist meiner Meinung nach die Vielseitigste und eignet sich nicht nur zum Erinnern von Dingen in einer bestimmten Reihenfolge. So kann man z.B. mit Ihrer Hilfe in seinem Kopf imaginäre Haeuser und Straßenzuege "bauen", die bestimmten Themengebieten entsprechen, und diese dann in beliebiger Reihenfolge "durchwandern".

Es kann auf diese Art und Weise ein Buchkapitel, welches man lernen moechte, einer Stra§e entsprechen, wobei die Unterpunkte charakteristisch geformte Haeuser in dieser Straße darstellen, die dann nach und nach mit den weiteren Lerninhalten z.B. Zimmern "gefuellt" werden.

Weiterhin besteht durch Anwendung der Loci- Methode die Moeglichkeit, sich parallel oder zeitlich verschoben ablaufende Dinge in Ihrer Relation zu einander zu merken und zu visualisieren - dies eignet sich insbesondere zum Lernen von historischen Ereignissen und deren Einordnung in den richtigen zeitlichen Kontext.

Am vielseitigsten ist diese Methode sicherlich, wenn man die Techniken "Assoziative Verknuepfungen" und "Ersatzwoerter" entsprechend beherrscht, denn erst ein Zusammenspiel aller drei Methoden ermoeglicht es nahezu jeden Lernstoff zu bewaeltigen.

Bei besonders zahlenintensivem Lernstoff z.B. historische Ereignisse etc. empfiehlt es sich weiterhin, die Methode zum Lernen von Zahlen in den Grundzuegen anwenden zu koennen.


Praktische Anwendung der Loci-Methode1



Zur Anwendung der Loci-Methode benötigt man zunächst eine vertraute und sequentielle Anordnung von Gegenstaenden, die man im Geiste immer wieder durchschreitet.

Man kann zu einem ersten Uebungszweck sehr gut die eigene oder aber die elterliche oder irgendeine andere, die einem sehr vertraut ist Wohnung verwenden - gehen Sie diese in einer logischen Reihenfolge
z.B.

- Flur
- Wohnzimmer
- Kueche
-...

im Geiste und gerne auch in der Realität durch. Bleiben Sie dabei an allen markanten Punkten eines Zimmers z.B. auffallende Einrichtungsgegenstände, usw. stehen und betrachten diese, es sollte in einer normalen Wohnung so durchaus moeglich sein pro Zimmer 10 einprägsame Gegenstände in einer logischen Reihenfolge unterzubringen.

Wenn Sie in der Lage sind diesen "Weg" mehrmals hintereinander vorwaerts und rueckwaerts im Geiste entlangzugehen, ohne dabei einen Gegenstand zu vergessen, folgt der naechste Schritt.

Sie verknuepfen Lernmaterial, welches Sie sich merken muessen, in der richtigen Reihenfolge durch Assoziationen mit den entsprechenden Gegenstaenden. Nehmen wir an sie wollen sich die Begriffe

"Buch" und
"Bandwurm"

warum auch immer merken:

Beginnen Sie nun Ihren Weg durch die Wohnung und Verknuepfen Sie den ersten Gegenstand, dem sie auf ihrem Weg begegnen, assoziativ mit dem Buch. Begeben Sie sich zu dem zweiten Gegenstand in der Wohnung und verknuepfen ihn assoziativ mit einem Bandwurm, usw...

Wenn die assoziativen Verknuepfungen einpraegsam waren, dann koennen Sie sich an die gelernten Dinge wieder erinnern, indem Sie einfach im Geiste Ihre Wohnung vom gewaehlten Startpunkt aus durchwandern.

Sie sollten dann in der richtigen Reihenfolge an den entsprechenden Einrichtungsgegenstaenden vorbeikommen, die ja assoziativ mit dem Lernstoff verknuepft sind. Zur Verfestigung des Gelernten ist es sinnvoll die Strecke am ersten Tag mehrmals "abzulaufen" und den Lernstoff so zu rekapitulieren. Dies kann allerdings auch durchaus geschehen, waehrend man anderen Taetigkeiten nachgeht z.B. Auto fahren usw..

Selbstverstaendlich ist diese Methode beliebig erweiterbar, denn einmal vorhandene Orte (Loci) koennen mehrfach verwendet werden. Auch sollte man sich für unterschiedliches Material, das man längere Zeit behalten möchte, durchaus unterschiedliche Loci aussuchen. So kann es ausgesprochen sinnvoll sein, wenn man den Lernstoff für eine Anatomieprüfung in Kapitel gliedert und diese z.B. mit Dingen innerhalb des anatomischen Instituts verknüpft oder auch mit Dingen, die auf dem Weg zum entsprechenden Institut liegen.

Die benutzten Loci müssen auch nicht zwangsläufig realen Räumen entsprechen - es eignen sich hierzu eigentlich alle Sachen die in einer logischen Reihenfolge liegen und einem sehr vertraut sind. So z.B. die Stationen des Protagonisten im Lieblingsfilm oder Buch, die Sternbilder diese Methode verwendete der berühmte Grieche Metrodorus von Skepsis, usw..

Es ist auch wie bereits weiter oben beschrieben, durchaus möglich und sinnvoll, sich Fantasieorte zu erstellen, die eine Ähnlichkeit zu dem Lernmaterial aufweisen. Es kann auf diese Art und Weise ein Buchkapitel, welches man lernen möchte, einer Straße entsprechen, wobei die Unterpunkte charakteristisch geformten Häuser in dieser Stra§e darstellen, die dann nach und nach mit den weiteren Lerninhalten z.B. Zimmern "gefüllt" werden. Mit "charakteristisch geformten Häusern" meine ich solche, deren äußere Form z.B. den Inhalt beschreibt. Lesen Sie sich als nächsten das Kapitel "Ein Beispiel" durch, dort finden Sie die Anwendung der Loci- Methode exemplarisch erläutert.

Ein Beispiel zur Loci-Methode1



Im Folgenden handelt es sich um ein Beispiel, das Ihnen die Verwendung der Loci-Methode näher bringen soll. Schwachp unkt bei Beispielen in der Mnemotechnik ist allerdings immer die Tatsache, dass es sich um vorgegebene Assoziationen handelt und diese nicht unbedingt so gut funktionieren wie selber entwickelte Bilder und Assoziationen.

Das folgende Beispiel stellt also nur dar, wie man sich den Lernstoff mit Hilfe der Loci-Methode einprägen "könnte" - wenn Sie also nach Lesen das anhand des Beispiels Gelernte trotzdem nicht zu reproduzieren in der Lage sind, so muss dies nicht an der Methode liegen sondern vielmehr daran, dass Sie keine eigenen Assoziationen gebildet haben, sondern meine Beispielassoziationen verwendeten. Angenommen Sie beschäftigen sich mit Pharmakologie oder Medizin und möchten sich die folgenden vier Klassen von Arzneimitteln merken, welche das Nervensystem beeinflussen es gibt natürlich noch mehr Arzneimittelklassen dieser Kategorie:

- Lokalanästhetika
- Muskelrelaxantien
- Schlafmittel
- Psychopharmaka

Sie benötigen also einen Ort mit vier markanten Gegenständen. Wenn Sie in Zukunft noch weitere pharmakologische Themen erlernen möchten oder müssen, dann wäre es meiner Meinung nach sinnvoll, Straßen mit Häusern als Orte zu wählen. Man erhält so eine Art "Pharmatown", die man im Geiste durchwandern kann. Bauen wir uns also im Folgenden eine Straße mit vier charakteristischen und einzigartigen Häusern, welche in Ihrer Form Assoziationen zum Lernmaterial zulassen.

Woran erinnert das Wort "Lokalanästhetika" Mich an ein Lokal oder eine Kneipe - stellen Sie sich also ein derartiges Etablissement an der Straßenecke vor. Gegenüber des Lokals könnte ein Gebäude besonders extravaganter Bauart liegen, welches die Form eines Oberarms mit angespanntem Bizeps hat - Unterarm und Faust bilden eine Art Turm. Dieses Gebäude würde in unserem Falle die Muskelrelaxantien symbolisieren. Die Schlafmittel liegen auf der gegenüberliegenden Straßenseite neben dem Lokal- dort befindet sich ein Gebäude, das auf vier Säulen ruht und somit eindeutig die Form eines Bettes hat. Gegenüber des bettähnlichen Gebäudes liegen die Psychopharmaka - sicherlich eignet sich hierzu sehr gut das Bild einer psychiatrischen Klinik, von deren Aussehen aber jeder seine eigene Vorstellung haben dürfte die nicht immer der Realität entspricht, so z.B. geprägt von Filmen wie "Das Schweigen der Lämmer" o.ä.

Versuchen Sie die Straße nun im Geiste zu durchwandern und sehen Sie die seltsamen Gebäude vor Ihrem inneren Auge so deutlich wie möglich. Bewegen Sie sich in dieser Straße von vorne nach hinten, von hinten nach vorne - gehen Sie von den Schlafmitteln zu den Muskelrelaxantien also schräg gegenüber usw., bis Sie mit dem Aufbau und der Anordnung völlig vertraut sind. Es ist alternativ auch möglich die einzelnen Gebäude zusätzlich mit markanten Details zu versehen, so dass sie besser undoder deutlicher erinnert werden können.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Form der Gebäude mit Hilfe der Ersatzwortmethode derartig zu gestalten, dass sie das komplette Wort symbolisiert. Dies wäre z.B. bei den Psychopharmaka in dieser Form möglich:

Psycho- symbolisiert durch ein Gehirn
pharma dargestellt durch eine Farm
ka dargestellt durch das gleichnamige Fahrzeug von Ford. Man könnte sich also hier für die Psychopharmaka anstelle eines entsprechenden Gebäudes aus dem Film einfach ein

- großes Gehirn mit Armen und Beinen vorstellen,
- das auf dem Hof einer Farm steht und
- peitscheschwingend ganz viele Ford Ka dressiert
- die alle im Kreis fahren anstelle des Farmers der normalerweise mit einer Peitsche seine Pferde dressiert.

Somit lassen sich beim Gestalten der Gebäude zwei deutlich verschiedene Arten von Assoziationen unterscheiden:

Inhaltliche Assoziationen - die Darstellung der Psychopharmaka durch eine psychiatrische Klinik

Wortbildende Assoziationen - die Darstellung des Wortes "Psychopharmaka" durch Ersatzwörter, die visualisiert und untereinander verknüpft werden.



Welche Methode man am besten verwendet bleibt natürlich jedem selber überlassen - ich finde allerdings die Verwendung von Methode 2 sinnvoll für alle Fremdwörter die man sich ansonsten nur schwer merken kann . Man sollte bei Verwendung der Methode der Einfachheit halber darauf achten siehe "Ersatzwortmethode", die Bilder für eine bestimmte Silbe oder für einen bestimmten Wortteil immer zu verwenden, so also für "psycho" immer ein Gehirn mit Armen und Beinen, wenn man sich dieses Bild ausgesucht hat.

Allerdings lässt sich auch hier wieder beliebig mit der Fantasie spielen um sogar beide Methoden zu verwenden: Stellen Sie sich vor Sie sehen eine psychatrische Klinik, durchschreiten die Pforte und stellen fest, dass das ganze nur eine Filmkulisse ist, hinter der sich in Wirklichkeit besagte Farm befindet.

SPEED (CACHED): 625.796 ms - 2017-10-24 04:03:26